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Wer kennt ihn nicht? Dieser etwas schlaksige, oft leicht ironische Typ mit dem trockenen Humor, der seit über 25 Jahren jeden Sonntagabend Millionen Deutsche an den Bildschirm fesselt. Günther Jauch ist weit mehr als nur der Mann, der fragt: „Sind Sie sicher?“ Er ist eine Konstante im deutschen Fernsehen, ein Phänomen und für viele der Inbegriff des sympathischen Moderators. Mit 70 Jahren denkt er noch lange nicht an den Ruhestand – und genau das macht ihn so faszinierend.
In diesem Artikel tauchen wir tief in das Leben und die Karriere von Günther Jauch ein. Wir schauen uns an, wie aus einem Jurastudenten mit mittelmäßiger Abi-Note einer der erfolgreichsten TV-Macher Deutschlands wurde, was hinter dem Mythos „Wer wird Millionär?“ steckt und warum der Mann mit dem Weingut an der Saar auch privat ein spannendes Leben führt. Wer Günther Jauch wirklich verstehen will, sollte weiterlesen.
Die frühen Jahre: Vom Hanseaten-Spross zum Journalisten
Günther Johannes Jauch wurde am 13. Juli 1956 in Münster geboren. Er stammt aus dem alten Hanseatengeschlecht Jauch, dessen Wurzeln bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen. Sein Vater Ernst-Alfred Jauch war Journalist, die Familie zog später nach Berlin-Lichterfelde. Schon früh kam der junge Günther Jauch mit Medien in Berührung.
Nach dem Abitur (Note 3,1 – darüber macht er bis heute keinen Hehl) begann er ein Jurastudium. Doch schon nach kurzer Zeit war klar: Das ist nichts für ihn. 1975 brach er ab und bewarb sich an der Deutschen Journalistenschule in München. Dort fand er seine Berufung. Seine ersten Schritte machte Günther Jauch beim Bayerischen Rundfunk und beim RIAS Berlin als Sportreporter und Radiomoderator. Zusammen mit Thomas Gottschalk legte er bei der B3-Radioshow den Grundstein für eine jahrzehntelange Freundschaft und Rivalität.
Diese Phase war entscheidend. Hier lernte Günther Jauch, wie man mit Worten spielt, wie man Menschen fesselt und wie man auch in schwierigen Situationen den Überblick behält – Fähigkeiten, die ihn später bei „Wer wird Millionär?“ so einzigartig machen sollten.
Der Aufstieg: stern TV und der große Durchbruch
1990 wechselte Günther Jauch zu RTL. Dort übernahm er das Magazin „stern TV“ und moderierte es bis 2011 – insgesamt 891 Folgen. Die Sendung war oft kontrovers, brachte aber hohe Quoten und machte ihn einem breiten Publikum bekannt. Gleichzeitig blieb er dem Sport treu und moderierte unter anderem das „aktuelle sportstudio“.
Der eigentliche Meilenstein kam am 3. September 1999. An diesem Tag lief die erste Folge von „Wer wird Millionär?“ – und Günther Jauch war von Anfang an dabei. Was damals als deutsches Adaption des britischen Formats startete, wurde zur Erfolgsgeschichte. Über 1.500 Folgen später ist Günther Jauch der Moderator mit den meisten Staffeln der internationalen Franchise-Version – ein Guinness-Weltrekord.
Was macht ihn so besonders? Es ist sein Stil. Während andere Quizmaster laut und hektisch werden, bleibt Günther Jauch ruhig, ironisch und manchmal leicht sarkastisch. Er nimmt die Kandidaten ernst, lässt ihnen aber auch den Raum, sich selbst bloßzustellen. Sein berühmtes „Sind Sie sicher?“ ist längst Kult. Und wenn ein Kandidat die Millionenfrage falsch beantwortet, spürt man bei Günther Jauch echte Empathie – keine Schauspielerei.
Mehr als nur Quiz: Produzent, Winzer und Mäzen
Günther Jauch ist kein reiner Moderator. 2000 gründete er die Produktionsfirma i&u TV (Information & Unterhaltung), die unter anderem „stern TV“ produzierte. 2019 verkaufte er Anteile an den Investor KKR. Parallel dazu baute er sich ein zweites Standbein auf: 2010 übernahm er das Weingut von Othegraven an der Saar – ein Familienbetrieb, der seit 1805 in der Familie seiner Großmutter war und drohte, verkauft zu werden.
Heute führt Günther Jauch das Gut mit seiner Frau Thea. Die Rieslinge sind preisgekrönt, zweimal wurde das Weingut zum „Winzer des Jahres“ gekürt. Für den TV-Star ist das Weingut kein Hobby, sondern ein Gegenpol zum Showbusiness. Er packt selbst an, lebt zeitweise mit Saisonarbeitern unter einem Dach und öffnet den Park für Besucher. „Im Grunde bin ich ein ewiger Winzer-Azubi“, sagt er selbst.
Auch sozial engagiert sich Günther Jauch stark. Er hat mehrere Millionen für den Denkmalschutz in Potsdam gespendet, unter anderem für das Fortunaportal. Sein Privatleben hält er konsequent aus der Öffentlichkeit heraus. Mit seiner Frau Dorothea „Thea“ Sihler ist er seit 1988 zusammen, seit 2006 verheiratet. Das Paar hat vier Töchter – zwei leibliche und zwei adoptierte aus Sibirien. Sie leben in einer Villa am Heiligen See in Potsdam.
Warum Günther Jauch auch mit 70 nicht aufhört
Viele seiner Kollegen sind längst in Rente oder haben sich zurückgezogen. Günther Jauch nicht. Noch 2025 und 2026 betonte er immer wieder: An Aufhören denkt er nicht. Der Handschlag-Vertrag mit RTL läuft weiter, und er freut sich über jede weitere Sendung. „Mir fehlt nichts – außer dem Haupthaar“, sagte er zum 70. Geburtstag.
Was treibt ihn an? Es ist die Mischung aus Kontrolle und Überraschung. Bei „Wer wird Millionär?“ weiß er nie, was kommt. Gleichzeitig genießt er die Bodenständigkeit des Weinguts. Diese Balance scheint ihn jung zu halten. Während andere Stars mit Skandalen oder Imageproblemen kämpfen, bleibt Günther Jauch über Jahrzehnte hinweg glaubwürdig und sympathisch.
Ein weiterer Punkt: Er nimmt sich selbst nicht zu ernst. Er lacht über seine Abinote, über sein schütter werdendes Haar und über die Tatsache, dass er trotz seines Erfolgs nie der glamouröse Typ war. Genau das macht ihn für viele Zuschauer so nahbar.

Was wir von Günther Jauch lernen können
Günther Jauch steht für einige Prinzipien, die auch abseits des Fernsehens gelten:
- Authentizität schlägt Show. Er muss sich nicht verbiegen, um zu funktionieren.
- Langfristigkeit zahlt sich aus. Über 25 Jahre bei einer Sendung – das gibt es kaum noch.
- Ein zweites Standbein schafft Freiheit. Das Weingut hält ihn geerdet.
- Privatheit ist ein Wert. Er schützt seine Familie konsequent und geht dafür auch vor Gericht.
- Humor ist die beste Strategie. Selbst in ernsten Momenten behält er den leichten Ton.
Wer heute eine Karriere im Medienbereich anstrebt, kann von Günther Jauch lernen, dass Konstanz und Persönlichkeit wichtiger sind als kurzfristige Hypes.
FAQs
Wie alt ist Günther Jauch?
Günther Jauch wurde am 13. Juli 1956 geboren und ist somit 70 Jahre alt.
Ist Günther Jauch verheiratet?
Ja, seit 2006 ist er mit Dorothea „Thea“ Sihler verheiratet. Das Paar ist seit 1988 zusammen.
Wie viele Kinder hat Günther Jauch?
Günther Jauch hat vier Töchter – zwei leibliche und zwei adoptierte.
Besitzt Günther Jauch ein Weingut?
Ja, seit 2010 gehört ihm das Weingut von Othegraven an der Saar.
Wie lange moderiert Günther Jauch „Wer wird Millionär?“?
Seit der ersten Folge am 3. September 1999 – also seit über 25 Jahren.
Fazit: Der Mann, der bleibt
Günther Jauch ist mehr als ein Moderator. Er ist ein Stück deutsche Fernsehgeschichte. Während Formate kommen und gehen, bleibt er. Mit 70 Jahren steht er immer noch jeden Abend vor der Kamera, stellt Fragen, die Millionen Menschen mitfiebern lassen, und genießt danach die Ruhe auf seinem Weingut.
Vielleicht liegt sein größtes Geheimnis genau darin: Er macht das, was er gerne macht – und das seit Jahrzehnten. In einer Zeit, in der alles schnelllebig geworden ist, wirkt Günther Jauch wie ein Anker. Und solange er fragt „Sind Sie sicher?“, wissen wir: Es geht noch weiter.

