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Kennst du das Gefühl, wenn du spätabends noch kurz die Nachrichten einschaltest und plötzlich merkst: Hier spricht jemand, der nicht nur Fakten vorliest, sondern wirklich da ist? Genau so wirkt Nazan Gökdemir auf viele Zuschauer. Die Journalistin und Moderatorin hat es geschafft, in den oft kühlen Studios von ARTE und ZDF eine Präsenz aufzubauen, die ruhig, klar und zugleich nahbar ist. In diesem Artikel erfährst du, wer Nazan Gökdemir wirklich ist, wie ihr Weg vom Schülerzeitungs-Reporter zur festen Größe im deutschen Fernsehen verlief und was ihre Art zu moderieren so besonders macht.
Frühe Jahre und der Weg in den Journalismus
Nazan Gökdemir wurde am 31. Dezember 1980 in Hannover geboren und wuchs in Garbsen auf. Als Tochter türkischer Eltern in einer Großfamilie erlebte sie früh, wie unterschiedliche Welten nebeneinander existieren können. Schon in der Schule zeigte sich ihr Interesse an Medien: Von 1994 bis 2000 arbeitete sie als Reporterin für die Schülerzeitung Skunk an der IGS Garbsen. Das war kein reines Hobby. Hier lernte sie, Fragen zu stellen, Geschichten zu finden und Texte so zu schreiben, dass andere sie lesen wollen.
Nach dem Abitur im Jahr 2000 ging sie für ein Jahr nach Paris. Diese Zeit öffnete ihr den Blick über Deutschland hinaus.2001 begann sie das interdisziplinäre und zweisprachige Studium „Europäische Medienkultur“ an der Bauhaus-Universität Weimar, mit vier Semestern an der Université Lumière Lyon 2. Praktika beim ZDF, beim Saarländischen Rundfunk und bei Euronews in Lyon gaben ihr den ersten echten Einblick in den redaktionellen Alltag. Hier legte Nazan Gökdemir den Grundstein für ihre spätere Karriere: Sie lernte, europäische Themen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und simultaneous in Deutsch und Französisch zu denken.
Nach dem Studium arbeitete sie anderthalb Jahre bei der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (heute GIZ) in Brüssel. Die Erfahrung in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit schärfte ihren Blick für globale Zusammenhänge – etwas, das man in ihren späteren Moderationen immer wieder spürt.
Der Einstieg beim ZDF und der Wechsel zu ARTE
2008 kehrte Nazan Gökdemir nach Deutschland zurück und absolvierte ein 18-monatiges Redaktionsvolontariat beim ZDF. Anschließend arbeitete sie als Redakteurin und Reporterin für das werktägliche Magazin drehscheibe Deutschland. Diese Phase war entscheidend: Hier lernte sie, unter Zeitdruck präzise zu arbeiten und komplexe Themen verständlich zu machen.
Im Januar 2012 wechselte sie zum deutsch-französischen Sender ARTE. Seitdem moderiert sie das tägliche Nachrichtenmagazin ARTE Journal. Der Sender passte perfekt zu ihrem Profil – zweisprachig, europäisch, anspruchsvoll. Parallel war sie von 2013 bis 2020 als Moderatorin und Reporterin für die ZDF-Sendung Forum am Freitag tätig. Dort setzte sie sich mit gesellschaftlichen und religiösen Fragen auseinander und zeigte, dass sie nicht nur Nachrichtensprecherin, sondern auch Gesprächspartnerin sein kann.
Ein besonderes Projekt war die Dokumentationsreihe Europas Muslime – Auf Reisen mit Nazan Gökdemir und Hamed Abdel-Samad (2016/2017) für ARTE und ZDF. Vier Folgen, in denen sie und der Autor durch Europa reisten und mit Muslimen über ihren Alltag, ihre Identität und die Herausforderungen des Zusammenlebens sprachen. Das Format zeigte, dass Nazan Gökdemir bereit ist, Themen anzugehen, die viele lieber vermeiden.
heute journal update – die nächtliche Stimme des ZDF
Seit September 2020 moderiert Nazan Gökdemir das ZDF-Nachrichtenmagazin heute journal update. Zusammen mit Hanna Zimmermann steht sie erstmals in einer rein weiblichen Doppelspitze im späten Nachrichtengeschäft des Senders. Die Sendung läuft um Mitternacht und richtet sich an Menschen, die noch wach sind und wissen wollen, was den Tag geprägt hat – ohne den klassischen Abendnachrichten-Look.
Was Nazan Gökdemir hier auszeichnet, ist ihre Haltung. Sie liest nicht einfach ab. Sie erklärt, ordnet ein und lässt Raum für den Zuschauer. In Interviews hat sie betont, dass sie vor allem als Journalistin wahrgenommen werden will – nicht als „die Frau mit Migrationshintergrund“. Gleichzeitig macht sie kein Geheimnis daraus, dass ihre Herkunft ihr eine gewisse Sensibilität für gesellschaftliche Themen mitgibt. Genau diese Balance macht ihre Moderationen glaubwürdig.
Wer sie länger beobachtet, merkt: Sie kann auch mit kleinen Pannen umgehen. 2025 verpasste sie einmal den Start der Sendung, weil sie zu sehr in ihre Karteikarten vertieft war. Statt peinlich berührt zu sein, begrüßte sie die Zuschauer mit einem Lächeln und „Guten Abend!“. Professionell und menschlich zugleich.
Was Nazan Gökdemir als Moderatorin besonders macht
Es gibt viele Nachrichtensprecher. Wenige schaffen es, dass man ihnen gerne zuhört. Bei Nazan Gökdemir liegen die Gründe auf der Hand:
- Klarheit ohne Kälte: Sie formuliert präzise, bleibt aber nie distanziert.
- Europäischer Blick: Durch Studium und ARTE denkt sie Themen oft über nationale Grenzen hinaus.
- Authentizität: Sie verstellt sich nicht. Wenn etwas schiefgeht, lacht sie darüber.
- Ruhige Präsenz: Gerade in aufgeheizten Zeiten wirkt ihre Art deeskalierend.
Viele Zuschauer schätzen genau das. In einer Medienlandschaft, die oft polarisiert, bleibt sie eine Stimme der Ruhe und der Fakten.

Praktische Tipps: Was man von Nazan Gökdemir lernen kann
Wer selbst im Journalismus oder in der Kommunikation unterwegs ist, kann von ihrem Weg einiges mitnehmen:
- Früh anfangen und dranbleiben: Die Schülerzeitung war kein Zufall. Kontinuierliche Praxis zahlt sich aus.
- Mehrsprachigkeit und Auslandsaufenthalt nutzen: Paris und Lyon waren keine reinen Urlaubsreisen, sondern Investition in die eigene Perspektive.
- Internationale Erfahrung sammeln: Die Zeit bei der GIZ in Brüssel gab ihr einen anderen Blick auf die Welt.
- Themen wählen, die berühren: Die Dokumentationen über Muslime in Europa zeigen, dass man auch schwierige Themen angehen kann, ohne zu polarisieren.
- Menschlichkeit bewahren: Selbst in der Nachtschicht und bei Pannen bleibt sie nahbar.
Diese Punkte sind kein Geheimrezept, aber sie erklären, warum Nazan Gökdemir heute dort steht, wo sie steht.
FAQs
Wer ist Nazan Gökdemir?
Nazan Gökdemir ist eine deutsche Journalistin und Fernsehmoderatorin, geboren 1980 in Hannover. Sie moderiert unter anderem das ARTE Journal und das ZDF-Format heute journal update.
Wo arbeitet Nazan Gökdemir aktuell?
Seit September 2020 moderiert sie das ZDF-Nachrichtenmagazin heute journal update. Parallel ist sie weiterhin bei ARTE tätig.
Welche Ausbildung hat Nazan Gökdemir?
Sie studierte Europäische Medienkultur an der Bauhaus-Universität Weimar und der Université Lumière Lyon 2. Davor sammelte sie Erfahrungen in Paris und bei der Schülerzeitung.
Hat Nazan Gökdemir Dokumentationen gemacht?
Ja. Gemeinsam mit Hamed Abdel-Samad realisierte sie 2016/2017 die Reihe „Europas Muslime“ für ARTE und ZDF.
Warum ist Nazan Gökdemir besonders?
Sie verbindet journalistische Präzision mit einer ruhigen, nahbaren Präsenz und bringt durch ihre europäische und interkulturelle Erfahrung einen besonderen Blick in die Nachrichten.
Fazit
Nazan Gökdemir hat sich ihren Platz im deutschen Fernsehen erarbeitet – mit Konsequenz, Neugier und einer klaren Haltung. Von der Schülerzeitung in Garbsen über Weimar, Lyon und Brüssel bis zu den Studios von ARTE und ZDF. Sie zeigt, dass gute Nachrichtenarbeit nicht laut sein muss. Manchmal reicht es, wenn jemand ruhig und klar erzählt, was passiert ist – und warum es uns alle angeht.
Wer die nächsten heute journal update-Ausgaben einschaltet, sollte genau hinhören. Denn hinter der Moderatorin steckt eine Journalistin, die weiß, wovon sie spricht.

