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Kennst du das Gefühl, wenn alles schiefgeht und dann plötzlich noch fünf Krankenschwestern ins Boot steigen? Genau so beginnt das Chaos in Unternehmen Petticoat. Der Film von 1959 ist weit mehr als nur eine leichte Kriegskomödie. Er ist eine charmante, leicht anarchische Geschichte über Improvisation, Bürokratie und das Zusammentreffen von Männern und Frauen auf engstem Raum – unter Wasser.
Wer den Film einmal gesehen hat, vergisst das rosa angestrichene U-Boot und die genialen Gags um Toilettenpapier und Büstenhalter nicht so schnell. In diesem Artikel erfährst du, warum Unternehmen Petticoat bis heute funktioniert, wie der Film entstanden ist, welche realen Ereignisse dahinterstecken und warum er auch 2026 noch absolut sehenswert bleibt.
Was steckt hinter Unternehmen Petticoat?
Unternehmen Petticoat (Originaltitel: Operation Petticoat) ist eine amerikanische Filmkomödie von Blake Edwards aus dem Jahr 1959. Die Hauptrollen spielen Cary Grant als Lieutenant Commander Matt Sherman und Tony Curtis als der charmante, aber etwas windige Versorgungsoffizier Lieutenant Nicholas Holden. Der Film startete im Dezember 1959 in den USA und kurz darauf auch in Deutschland.
Die Geschichte spielt in den ersten Wochen nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor. Das U-Boot Sea Tiger liegt schwer beschädigt im Hafen von Cavite auf den Philippinen. Die Vorgesetzten wollen es aufgeben. Sherman will das nicht hinnehmen. Er bekommt eine Frist, um das Boot notdürftig wieder flottzumachen – und dazu eine bunt zusammengewürfelte Crew, darunter den unerfahrenen Holden.
Was folgt, ist ein wilder Mix aus improvisierten Reparaturen, „organisierten“ Ersatzteilen, einer Gruppe gestrandeter Krankenschwestern und einem U-Boot, das am Ende knallrosa angestrichen ist. Der Film erzählt die Geschichte in einer Rahmenhandlung: Der inzwischen zum Konteradmiral beförderte Sherman blättert Jahre später im Logbuch und erinnert sich an die turbulenten Tage.
Die Handlung: Chaos unter Wasser
Die Sea Tiger wird bei einem Luftangriff schwer getroffen. Sherman kämpft um sein Boot. Holden, der bisher eher in Offiziersmessen als in Kampfeinsätzen zu Hause war, entpuppt sich als Meister im Beschaffen von allem, was fehlt – auch wenn die Methoden nicht immer legal sind. Ersatzteile, Proviant, sogar Toilettenpapier werden „organisiert“.
Dann kommen die Frauen an Bord. Fünf Krankenschwestern der Army, die auf einer Insel festsitzen. Holden sagt spontan zu, sie mitzunehmen. Sherman ist alles andere als begeistert. Auf einem U-Boot ist der Platz ohnehin knapp. Plötzlich teilen sich Männer und Frauen die engen Räume, die Duschen und die Aufmerksamkeit der Crew. Die Männer melden sich reihenweise krank, nur um von den Schwestern untersucht zu werden. Die militärische Ordnung gerät ins Wanken.
Die Reparaturen gehen weiter. In Cebu wird das Boot notdürftig lackiert – mit dem einzigen verfügbaren Anstrich, der rosa ausfällt. Bevor die richtige Farbe aufgetragen werden kann, muss die Sea Tiger erneut fliehen. Mit an Bord: zusätzliche zivile Flüchtlinge. Das rosa U-Boot wird von Freund und Feind gejagt. Die Auflösung, bei der Büstenhalter eine entscheidende Rolle spielen, gehört zu den unvergesslichen Momenten des Films.
Am Ende kommen alle sicher in Australien an. Die Rahmenhandlung zeigt, dass Sherman und Holden später beide mit je einer der Krankenschwestern verheiratet sind und ein freundschaftliches Verhältnis pflegen.
Warum Unternehmen Petticoat so gut funktioniert
Der Film lebt von der Chemie zwischen Cary Grant und Tony Curtis. Grant spielt den korrekten, leicht genervten, aber stets souveränen Kommandanten mit seinem typischen Understatement. Curtis gibt den charmanten Schlawiner, der sich durchschlägt und dabei überraschend nützlich wird. Die beiden spielen sich die Bälle zu, ohne dass es je forciert wirkt.
Blake Edwards, der später mit Frühstück bei Tiffany und dem Rosaroten Panther berühmt wurde, zeigt hier bereits sein Gespür für Timing und Charakterkomödie. Der Humor ist nie plump. Er entsteht aus Situationen, aus den engen Räumen und den unterschiedlichen Temperamenten. Die Frauen sind keine reinen Dekorationen. Sie bringen Kompetenz, Pragmatismus und eine andere Perspektive mit – und verändern die Dynamik an Bord spürbar.
Ein weiterer Pluspunkt: Der Film macht sich über die Absurditäten des Kriegsalltags lustig, ohne den Krieg zu verharmlosen. Knappheit an Material, bürokratische Hürden, die Notwendigkeit zu improvisieren – all das wirkt auch heute noch nachvollziehbar.
Historische Wurzeln und echte Vorbilder
Vieles in Unternehmen Petticoat basiert auf realen Vorfällen. Das schwer beschädigte U-Boot erinnert an die USS Sealion, die im Dezember 1941 in Cavite getroffen und später versenkt wurde. Die Idee mit dem rosa Anstrich geht auf die USS Seadragon zurück: Durch die Hitze der Brände auf dem Nachbarschiff blätterte die Farbe ab und ließ den roten Grundanstrich sichtbar werden.
Auch das berühmte Toilettenpapier-Schreiben hat ein echtes Vorbild. Ein U-Boot-Kommandant hatte sich in einem offiziellen Brief bitter über fehlendes Klopapier beschwert. Die Evakuierung von Krankenschwestern und Zivilisten durch U-Boote kam ebenfalls vor. Der Film verdichtet diese Anekdoten zu einer unterhaltsamen Geschichte, ohne den Anspruch auf dokumentarische Genauigkeit zu erheben.
Gedreht wurde unter anderem mit realen U-Booten der US Navy. Die Balao diente als rosa Sea Tiger. Die Navy stellte Schiffe und Personal zur Verfügung – ein seltenes Maß an Kooperation für eine Komödie.
Besetzung, Preise und Nachwirkung
Neben Grant und Curtis spielen Joan O’Brien und Dina Merrill die wichtigsten Krankenschwestern. In kleineren Rollen tauchen spätere Fernsehstars wie Gavin MacLeod (Love Boat), Marion Ross (Happy Days) und Dick Sargent (Bewitched) auf.
Der Film war ein großer Kassenerfolg und brachte Edwards den Durchbruch. Er wurde für einen Oscar in der Kategorie Bestes Original-Drehbuch und für einen Golden Globe nominiert. Bei den Laurel Awards schnitt er ebenfalls gut ab. Bis heute liegt die Zustimmung bei Rotten Tomatoes bei rund 81 Prozent.
1977–1979 gab es eine Fernsehserie unter dem Titel Einsatz Petticoat (Original ebenfalls Operation Petticoat). In der ersten Staffel spielte Jamie Lee Curtis, die Tochter von Tony Curtis, eine der Krankenschwestern. Die Serie konnte den Charme des Films allerdings nicht ganz erreichen.

Warum du Unternehmen Petticoat heute noch sehen solltest
In einer Zeit, in der viele Kriegsfilme entweder extrem düster oder übertrieben heroisch sind, wirkt Unternehmen Petticoat erfrischend. Der Film zeigt, dass Menschen auch unter extremen Bedingungen Humor, Improvisationstalent und die Fähigkeit behalten, sich miteinander zu arrangieren. Die Enge des U-Boots wird zum Spiegel für Geschlechterrollen, Hierarchien und den Umgang mit Chaos.
Natürlich ist der Film ein Produkt seiner Zeit. Manche Dialoge und Rollenbilder wirken aus heutiger Sicht etwas altmodisch. Doch die Grundhaltung bleibt erstaunlich liberal und menschenfreundlich. Die Frauen sind keine Last, sondern Teil der Lösung. Holden lernt Verantwortung. Sherman lernt, dass Regeln manchmal gebogen werden müssen.
Wer klassische Hollywood-Komödien mag, wird hier bestens bedient. Der Film ist lang genug, um in die Figuren einzutauchen, und dabei nie zäh. Die Gags sitzen, die Chemie stimmt, und das rosa U-Boot bleibt im Gedächtnis.
Praktische Tipps zum Anschauen
Unternehmen Petticoat ist in Deutschland regelmäßig im Fernsehen zu sehen und auf verschiedenen Streaming-Plattformen sowie auf DVD und Blu-ray erhältlich. Es gibt unterschiedliche Schnittfassungen. Die deutsche Kinofassung war ursprünglich gekürzt; spätere Versionen haben fehlende Szenen nachsynchronisiert.
Schau den Film am besten in einer ruhigen Stunde. Er eignet sich hervorragend für einen gemütlichen Abend mit Freunden, die klassische Komödien mögen. Achte besonders auf die kleinen Details: die Gesichter der Crew, wenn wieder einmal etwas schiefgeht, und Grants herrlich trockene Reaktionen.
FAQs
Was ist Unternehmen Petticoat?
Unternehmen Petticoat ist eine amerikanische Filmkomödie von 1959 unter der Regie von Blake Edwards. Cary Grant und Tony Curtis spielen die Hauptrollen in der Geschichte um ein beschädigtes U-Boot, das im Zweiten Weltkrieg Krankenschwestern an Bord nimmt und am Ende rosa angestrichen wird.
Ist Unternehmen Petticoat eine wahre Geschichte?
Der Film basiert auf mehreren realen Vorfällen der US-U-Boot-Flotte im Pazifik, darunter die Beschädigung der USS Sealion, Probleme mit Ersatzteilen und sogar ein Brief über fehlendes Toilettenpapier. Die Handlung ist jedoch stark dramatisiert und verdichtet.
Wo kann man Unternehmen Petticoat sehen?
Der Film ist regelmäßig im deutschen Fernsehen zu sehen und auf verschiedenen Streaming-Diensten sowie auf DVD und Blu-ray erhältlich. Verfügbarkeit kann je nach Anbieter und Region variieren.
Gab es eine Serie zu Unternehmen Petticoat?
Ja. Zwischen 1977 und 1979 lief die Serie Einsatz Petticoat (Original: Operation Petticoat). In der ersten Staffel spielte Jamie Lee Curtis, die Tochter von Tony Curtis, mit.
Warum ist das U-Boot in Unternehmen Petticoat rosa?
Im Film fehlt die richtige Farbe, sodass das Boot mit dem verfügbaren rosa Anstrich lackiert wird. Die Idee geht auf einen realen Vorfall zurück, bei dem durch Brände der rote Grundanstrich eines U-Boots sichtbar wurde.
Fazit: Ein Klassiker, der bleibt
Unternehmen Petticoat ist mehr als nur ein netter alter Film. Er ist ein Beispiel dafür, wie man aus Chaos, Improvisation und menschlichen Schwächen eine unterhaltsame und zugleich warme Geschichte macht. Cary Grant und Tony Curtis liefern eine der besten Doppelbesetzungen ihrer Zeit ab, Blake Edwards zeigt sein frühes Können, und das rosa U-Boot ist bis heute ein ikonisches Bild.
Wer den Film noch nicht kennt, sollte ihn unbedingt nachholen. Und wer ihn schon gesehen hat, wird beim erneuten Anschauen wahrscheinlich wieder laut lachen – und sich fragen, warum solche intelligenten, charmant unperfekten Komödien heute seltener geworden sind. Unternehmen Petticoat beweist: Manchmal ist der beste Weg durch das Chaos einfach, das Beste daraus zu machen – und notfalls pink anzustreichen.

